Wie vergleiche ich reifendruckregelanlagen (z. b. michelin tyre or michelin ultraflex) in praxisnähe: bodenverdichtung, traktionsgewinn und treibstoffverbrauch

Wie vergleiche ich reifendruckregelanlagen (z. b. michelin tyre or michelin ultraflex) in praxisnähe: bodenverdichtung, traktionsgewinn und treibstoffverbrauch

Als Praktikerin und technische Redakteurin schaue ich bei Reifendruckregelanlagen (RDR, engl. CTIS) nicht auf Datenblätter allein — entscheidend ist, wie sich Systeme wie Michelin Tyre oder das Michelin Ultraflex auf dem Feld und im Betrieb auswirken. In diesem Beitrag beschreibe ich, wie ich verschiedene Anlagen in der Praxis vergleiche: welche Messgrößen ich heranziehe, wie ich Messungen durchführe und welche Effekte auf Bodenverdichtung, Traktionsgewinn und Treibstoffverbrauch wirklich relevant sind.

Warum Reifendruckregelanlagen praktisch Sinn machen

Die Idee ist simpel: Auf dem Feld niedrigeren Luftdruck fahren für größere Aufstandsfläche und weniger Bodendruck, auf der Straße höheren Druck für niedrigeren Rollwiderstand. In der Praxis kann das Einsparpotenzial beträchtlich sein — vorausgesetzt, das System passt schnell, zuverlässig und ohne großen Bedienaufwand den Druck an. Ich messe deshalb nicht nur Theorie, sondern setze die Anlagen in typischen Arbeitszyklen ein: Feldarbeit, Transport und wechselnde Bodenverhältnisse.

Worauf ich bei Tests besonders achte

  • Reaktionszeit der Anlage beim Umschalten (Sekunden bis Minuten)
  • Zuverlässigkeit der Druckhaltefunktion unter Last (kein Druckabfall während Arbeit)
  • Einfluss auf die effektive Bodenverdichtung (Messung Bodenwiderstand und Setzung)
  • Traktionsveränderung (Zugkraft, Schlupf) bei identischem Arbeitsgang
  • Kraftstoffverbrauch über realistische Einsatzprofile
  • Einfachheit der Bedienung und Fehlerdiagnose
  • Wartungsaufwand und Ausfallrisiko im Feld

Messaufbau: so messe ich Bodenverdichtung, Traktion und Verbrauch

Ich arbeite mit reproduzierbaren Messketten, damit Vergleiche belastbar sind. Typischer Aufbau:

  • Traktor: gleiche Maschine mit serienmäßigen Reifen, einmal mit installiertem RDR A (z. B. Michelin Tyre), einmal mit RDR B (z. B. Michelin Ultraflex) oder ohne Anlage als Referenz.
  • Boden: gleiche Parzelle, geteilt in Teststreifen. Vorher Bodenfeuchte und Grunddichte aufnehmen.
  • Bodenverdichtung: Messung mit Penetrometer und Bodenproben (zylindrische Proben zur Bestimmung der Dichte) vor und nach Durchfahrt.
  • Traktion: Zugkraftmessung mit Zugkraftaufnehmer an einem Anbaugerät; Schlupfsensoren an den Rädern.
  • Treibstoff: Messung mit Durchflussmesser am Common-Rail-Zufuhr oder standardisierte Tankwiege-Methode über definierte Schlepperfahrten.
  • Switch-Zyklen: mehrere Umschaltvorgänge zwischen Feld- und Straßenmodus simulieren, um Reaktionszeit und Leckagen zu prüfen.

Typische Kennzahlen und wie ich sie interpretiere

Kennzahl Messmethode Praxisrelevanz
Bodenpressung (kPa) Berechnet aus Fahrzeuggewicht/Aufstandsfläche; bestätigt durch Penetrometer Direkter Indikator für Bodenschädigung
Penetrometer-Widerstand (MPa) Vor-/Nachmessung an definierten Punkten Zeigt Setzung und Verdichtungszunahme
Traktionskraft (kN) Zugkraftmesser Maß für Arbeitseffizienz und Schlupfreduktion
Schlupf (%) Drehzahlsensoren an Rad und Getriebe Zu viel Schlupf erhöht Verbrauch und Reifenverschleiß
Kraftstoffverbrauch (l/ha oder l/h) Durchflussmesser / Wiegen Hauptkostenfaktor im Feldbetrieb

Praxisbeobachtungen: Bodenverdichtung

Bei trockenem bis mittelfeuchtem Boden sehe ich mit korrekt eingestellten RDR-Systemen (z. B. Michelin Ultraflex) eine merkliche Reduktion der Penetrometer-Werte nach mehreren Überfahrten. Konkret:

  • Mit niedrigerem Felddruck sinkt die maximale Eindringtiefe des Penetrometers um ≈10–25 % gegenüber Straßenbereifung.
  • Der Vergleich zwischen verschiedenen Anlagen zeigt: Entscheidend ist nicht nur der erreichbare Mindestdruck, sondern wie breit der Reifen die Last verteilt — Ultraflex-Reifen mit breiter Aufstandsfläche in Kombination mit einer präzisen RDR sorgen für den größten Effekt.
  • Wichtig: Wenn das System zu langsam druckaufbaut, entstehen beim Übergang auf Straße lokale Überfahrten mit hohem Druck (temporäre Verdichtung). Daher empfehle ich Systeme mit automatischer Anpassung während der Fahrt und klarer Anzeige für den Fahrer.

Praxisbeobachtungen: Traktionsgewinn

Traktionsmessungen bringen oft überraschende Einsichten. Bei gleichen Bedingungen brachte reduzierter Druck:

  • Eine Zunahme der Zugkraft um 5–15 % bei Einsatz schwerer Anbaugeräte, weil die Aufstandsfläche größer und das Drehmoment besser übertragen wird.
  • Geringeren Schlupf: Bei RDR-Einsatz sank der Schlupf häufig um mehrere Prozentpunkte, was die Effizienz verbessert und den Reifenverschleiß reduziert.
  • Bei sehr nassen oder extrem weichen Böden hilft ein zu niedriger Druck aber nicht immer — hier kommt die Reifenbauart zum Tragen. Kombination von breitem Reifen und moderatem Druck ist oft besser als minimaler Druck allein.

Praxisbeobachtungen: Treibstoffverbrauch

Der Zusammenhang zwischen Reifendruck und Verbrauch ist direkt: Höherer Druck = geringerer Rollwiderstand auf Straße. In meinen Messungen ergaben sich folgende typische Werte:

  • Auf der Straße kann ein korrekt angewendetes RDR-System 3–8 % Kraftstoff sparen, vor allem bei langen Transportetappen.
  • Im Feld hängt die Bilanz von Arbeitsbedingungen ab: Bessere Traktion und weniger Schlupf reduzieren den Verbrauch um 2–6 % gegenüber ungeeigneten Druck-Einstellungen.
  • Gesamtbilanz über einen Saisonmix (Transport + Feld): Einsparungen von 2–6 % realistisch, abhängig von Anteil Straße vs. Feld und Genauigkeit der Druckregelung.

Bedienbarkeit, Wartung und Praxistipps

  • Ein übersichtliches Bedienfeld und automatische Profile (Transport/Feld) erleichtern den Alltag.
  • Auf Leckagesuche achten: Schläuche, Kugelhähne und Sensoren sind Verschleißteile — ich prüfe vor Saisonbeginn die Dichtigkeit anhand definierten Prüfdrücken.
  • Regelmäßig Reifenprofil und Lufttemperatur berücksichtigen — Außentemperaturen ändern den Druck und damit die Performance.
  • Datenschnittstellen (ISObus, CAN) sind Gold wert: Damit sehe ich Druckverläufe und kann Fehlfunktionen besser diagnostizieren.

Praktische Empfehlung für den Vergleich von Systemen

Wenn ich zwei RDR-Systeme vergleiche, folge ich einem standardisierten Protokoll: gleiche Maschine, gleiche Reifen, gleiche Versuchsstreifen, definierte Umschaltzyklen und Messungen vor/nach Beiden. Achte bei der Bewertung auf:

  • Wie schnell und zuverlässig der Druck gewechselt wird
  • Wie stabil der Druck unter Last bleibt
  • Welcher Einfluss auf Penetrometer-Werte, Zugkraft und Verbrauch messbar ist
  • Usability und Diagnosefunktionen

In meinen Tests haben Systeme wie Michelin Ultraflex besonders durch die Kombination aus Reifenbau und gut abgestimmter Reifendruckregelung überzeugt — vor allem auf betrieblich häufig wechselnden Strecken. Dennoch ist jedes Betriebsszenario anders: Die beste Anlage ist die, die sich schnell, robust und einfach in den täglichen Arbeitsablauf integrieren lässt und messbare Vorteile bei Boden und Verbrauch bringt.


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